WordPress ist das mit Abstand größte freie Content-Management-System weltweit und auch das mit den größten technischen Möglichkeiten. Es gibt nahezu keine Webseite und keine Webapplikation, die sich nicht mit WordPress erstellen lässt. Doch mit der Vielzahl an Möglichkeiten kommen einige Fallstricke, in die besonders Anfänger häufig tappen. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen die häufigsten WordPress-Fehler und wie Sie diese vermeiden können, um von Anfang an eine reibungslos funktionierende Webseite zu haben.
1. Die Wahl des falschen Hosting-Anbieters
Die Wahl des falschen Hosting-Anbieters hat massive Auswirkungen auf die Webseiten-Performance und kann Ausfälle und schlechte Sicherheitsstandards mit sich bringen.
Da der Umzug einer Webseite zu einem anderen Hosting-Anbieter für Anfänger durchaus herausfordernd ist, werben viele Anbieter mit sehr günstigen Preisen, in dem Wissen, dass die wenigsten Kunden bereit sind, den Aufwand und das technische Risiko eines Anbieterwechsels in Kauf zu nehmen. Eine beliebte Taktik ist zudem das sogenannte ‚Upselling‘, bei dem wichtige Features nur gegen Aufpreis erhältlich sind.
Einen ausführlichen Artikel dazu finden Sie hier.
Wir raten zudem insbesondere von Hosting-Anbietern ab, die sehr stark beworben werden, da diese den Großteil des Geldes in Werbung anstatt in Server und Kundensupport investieren. Im deutschsprachigen Raum sind hier beispielsweise Strato und GoDaddy zu nennen, deren Server-Performance in Tests immer wieder auf den letzten Plätzen landet.
2. Zu viele (oder falsche) Plugins verwenden
Plugins sind eine der größten Stärken von WordPress, da sie fast jede Funktionalität hinzufügen können. Doch zu viele oder schlecht programmierte Plugins können Ihre Seite erheblich verlangsamen und Sicherheitslücken öffnen.
- Wie Sie diesen Fehler vermeiden: Installieren Sie nur die Plugins, die Sie wirklich benötigen, und achten Sie darauf, dass diese aus vertrauenswürdigen Quellen stammen. Überprüfen Sie regelmäßig, ob Ihre Plugins noch gewartet werden und aktuell sind. Eine gute Regel ist, nicht mehr als 20-25 Plugins gleichzeitig aktiv zu haben.
3. Kein Backup-System einrichten
Es ist unerlässlich, regelmäßig Backups Ihrer Webseite durchzuführen, falls etwas schiefgeht – sei es durch menschliche Fehler, Hackerangriffe oder Serverausfälle. Viele Anfänger vernachlässigen dies und setzen ihre Webseite einem erheblichen Risiko aus.
- Wie Sie diesen Fehler vermeiden: Nutzen Sie ein zuverlässiges Backup-Plugin wie UpdraftPlus oder BackupBuddy, oder wählen Sie einen Hosting-Anbieter, der automatische Backups anbietet. Stellen Sie sicher, dass Ihre Backups extern gespeichert werden, beispielsweise in der Cloud, um sicherzustellen, dass sie im Notfall leicht wiederhergestellt werden können.
4. Das Standard-Admin-Konto „admin“ verwenden
Viele Nutzer belassen den Standard-Benutzernamen „admin“ für das Hauptkonto, was es Hackern erleichtert, gezielte Brute-Force-Angriffe durchzuführen. Wenn der Benutzername bereits bekannt ist, müssen Hacker nur noch das Passwort erraten.
- Wie Sie diesen Fehler vermeiden: Verwenden Sie bei der Installation von WordPress einen benutzerdefinierten Admin-Benutzernamen. Falls Sie bereits das Standard-Admin-Konto verwenden, erstellen Sie einen neuen Benutzer mit Admin-Rechten und löschen Sie das alte „admin“-Konto.
5. Die Webseite nicht für Mobilgeräte optimieren
In der heutigen Zeit kommen die meisten Webseitenbesucher über mobile Endgeräte. Eine nicht mobiloptimierte Webseite führt zu einer schlechten Benutzererfahrung und schlechteren Rankings bei Google.
- Wie Sie diesen Fehler vermeiden: Wählen Sie ein responsives WordPress-Theme, das sich automatisch an verschiedene Bildschirmgrößen anpasst. Testen Sie Ihre Webseite regelmäßig auf Smartphones und Tablets und verwenden Sie Tools wie Googles Mobile-Friendly-Test, um sicherzustellen, dass alles ordnungsgemäß funktioniert.
6. Ignorieren der Seitenladegeschwindigkeit
Eine langsame Webseite führt nicht nur zu einer schlechten Nutzererfahrung, sondern kann auch das Suchmaschinenranking negativ beeinflussen. Anfänger neigen dazu, die Ladegeschwindigkeit ihrer Webseite zu vernachlässigen, was zu höheren Absprungraten führt.
- Wie Sie diesen Fehler vermeiden: Verwenden Sie ein Caching-Plugin wie WP Rocket, optimieren Sie Ihre Bilder vor dem Hochladen mit Tools wie Canva und minimieren Sie unnötigen Code. Nutzen Sie ggf. auch Content Delivery Networks (CDNs), um die Ladezeiten zu verbessern. Mehr dazu erfahren Sie in diesem Artikel.
7. Veraltete Themes oder Plugins verwenden
Veraltete Plugins und Themes können Sicherheitslücken enthalten, die von Hackern ausgenutzt werden können. Viele Anfänger vergessen, diese regelmäßig zu aktualisieren, oder verwenden Plugins, die nicht mehr gewartet werden.
- Wie Sie diesen Fehler vermeiden: Überprüfen Sie regelmäßig, ob Updates für Ihr Theme und Ihre Plugins verfügbar sind, und installieren Sie diese sofort. Wenn ein Plugin oder ein Theme längere Zeit keine Updates erhalten hat, ziehen Sie in Erwägung, auf eine Alternative umzusteigen.
8. Das Impressum und die Datenschutzrichtlinien vernachlässigen
Insbesondere in Ländern wie Deutschland sind Impressum und Datenschutzrichtlinien gesetzlich vorgeschrieben. Fehler in diesen Bereichen können teure Abmahnungen nach sich ziehen.
- Wie Sie diesen Fehler vermeiden: Nutzen Sie Generatoren für rechtssichere Texte oder konsultieren Sie einen Anwalt, um sicherzustellen, dass Ihre Webseite alle rechtlichen Anforderungen erfüllt. Denken Sie auch daran, einen Cookie-Hinweis und eine DSGVO-konforme Einwilligungslösung einzurichten.
9. Schlechte Permalink-Struktur wählen
Die Standard-Permalink-Struktur von WordPress ist nicht suchmaschinenfreundlich und kann langfristig zu SEO-Problemen führen. Viele Anfänger lassen diese Einstellungen unverändert, was sich negativ auf die Sichtbarkeit ihrer Webseite auswirkt.
- Wie Sie diesen Fehler vermeiden: Stellen Sie die Permalink-Struktur in den WordPress-Einstellungen auf „Beitragsname“ um (z. B. „https://meinewebseite.de/beispiel-artikel/“), damit Ihre URLs klar und SEO-freundlich sind.
10. Fehlender Fokus auf Sicherheit
Viele Anfänger vernachlässigen wichtige Sicherheitsmaßnahmen, die Ihre Webseite vor Angriffen schützen. Dazu gehören schwache Passwörter, die fehlende Aktivierung von SSL-Zertifikaten oder die fehlende Begrenzung von Anmeldeversuchen.
- Wie Sie diesen Fehler vermeiden: Setzen Sie von Anfang an auf starke Passwörter, aktivieren Sie ein SSL-Zertifikat für eine sichere HTTPS-Verbindung und installieren Sie Sicherheits-Plugins wie Wordfence oder iThemes Security, um potenzielle Angriffe abzuwehren.
Fazit
WordPress ist eine leistungsstarke Plattform, aber sie erfordert ein gewisses Maß an Vorsicht und Pflege, um das volle Potenzial auszuschöpfen. Indem Sie diese häufigen Anfängerfehler vermeiden, können Sie sicherstellen, dass Ihre Webseite von Anfang an stabil, sicher und benutzerfreundlich läuft. Denken Sie daran: Eine gut gepflegte Webseite spart Ihnen langfristig Zeit und Mühe und sorgt für eine bessere Nutzererfahrung sowie höhere Rankings in Suchmaschinen.